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Wie stellt ihr euch einen Erinnerungsort der Zukunft vor?
nsdoku16:4708.01.2022Bianca Santro
13:11
04.04.2022
Wie sollen wir hier gedenken?
Ich betrete die Fläche des ehemaligen Lagers und bin verwirrt und irritiert.
Das habe ich nicht erwartet: Spielende, fröhliche Kinder im Kindergarten und Kunstwerke in wilder Natur. Während ich dem Vortrag über Zwangsarbeit lausche, fährt ein recht zufrieden wirkender Mann auf dem Fahrrad vorbei.
Ich könnte mich wohl fühlen.
Nur die Baracken erinnern mich an die Verbrechen der NS-Zeit.
Ich weiß, es gibt in München nur dieses eine original erhaltene Zwangsarbeiter*innenlager.
Es wird in den nächsten Jahren ein Ort der Erinnerung, ein Gedenkort werden.
Doch wie sollen wir hier gedenken?
Wie möchten wir uns hier erinnern?
Ich bin mir sicher:
Dieser Ort darf nicht so bleiben wie er ist!
Doch gleichzeitig spiegelt sein jetziger Zustand die Geschichte des Lagers nach dem Krieg wider.
Dies, das Vergessen der Gräueltaten, aber auch die positiven Erinnerungen von Kindern und Jugendlichen an diesen Ort, ist schon wieder Geschichte geworden und die möchte ich nicht auslöschen!Was tun?
Angeregt durch die Debatte in unserem W-Seminar zur Zwangsarbeit im „Dritten Reich“ habe ich auch mir diese Fragen gestellt:
Sollen wir alle jetzigen Nutzer*innen, wie Künstler*innen, Kindergarten und Jugendfarm vollständig umsiedeln und das gesamte Gelände zum Gedenkort machen?
Oder sollen wir nur einen Teil der Baracken zum Gedenkort machen und die restlichen in ihrer jetzigen Funktion belassen?
Wie könnte ein Gedenkort zur Zwangsarbeit in München aussehen?
Ich denke, das Lager sollte ein Informations- und ein Erinnerungsort sein. In den einzelnen Baracken könnte über die Geschichte der Zwangsarbeit informiert werden, z.B. das Leben der Zwangsarbeiter*innen im Deutschen Reich, die Sichtbarkeit der Zwangsarbeit in den deutschen Städten, die Notwendigkeit ihrer Arbeit für die NS-Wirtschaft.
Wichtig ist für mich besonders die Vermittlung persönlicher Erfahrungen anhand einzelner Biografien von Zwangsarbeiter*innen, denn ich möchte wissen, wie haben die Menschen die Zwangsarbeit erlebt und wie sind sie nach dem Krieg mit ihren Erlebnissen umgegangen?
Gleichzeitig sollte über die Nutzung des Lagergeländes in den auf den Krieg folgenden Jahren informiert werden.
Ich fände es auch gut, wenn weiterhin Künstler*innen auf dem Gelände arbeiten. Daher würde ich ein kleines Atelier einrichten und ihre Werke auf dem Gelände aufstellen.
In den verbleibenden Bracken könnten Kindergärten und die Jugendfarm sein.
Gleichzeitig möchte ich diese beiden Wesenheiten des Ortes sichtbar machen:
Der Teil des Geländes, auf dem man sich erinnert, wäre kahl, nur einige wenige Pflanzen würden stehen bleiben, so würde die Fläche leer und kalt wirken. Die übrigen Baracken wären durch Bäume und Gebüsche umrahmt, eine Art natürliche Abschirmung würde entstehen, wodurch dieser Teil im Vergleich zur restlichen Umgebung wärmer und einladender wirken würde.Ich halte es für richtig, alle Zeitschichten darzustellen.
Vieles hat sich ereignet.
Vieles wird sich ereignen.
Alles wird zur Geschichte werden.Welche Zeugnisse, Objekte und Dokumente erzählen Geschichten?
nsdoku16:4806.01.2022Wie kann Geschichte sichtbar und erfahrbar werden?
nsdoku16:4706.01.2022Helene
13:17
04.04.2022
Kann man nur an bedrückenden Orten gedenken?
Ich denke, die Gedenkstätte des ehemaligen Zwangsarbeiter*innen-Lagers Neuaubing sollte nicht zu einem Ort der Betroffenheitskultur werden – auch wenn Zwangsarbeit grausam war und ist.
Ich denke, auf dem Gelände muss über die historischen Tatsachen informiert werden und diese dürfen nicht verharmlost werden. Ist dies der Fall, kann die Gedenkstätte zu einem Ort werden, der lebendig wirkt. Doch ich finde es nicht richtig, auf dem ehemaligen Lagergelände einen Kindergarten zu betreiben. Er sollte geschlossen werden.Gerade weil der Ort schon jetzt sehr grün und belebt ist, halte ich es für unnötig, dem Gelände eine karge Bedrücktheit „aufzuzwingen“. Ich denke, es reicht, das Gelände als Park zu gestalten und durch Tafeln zu informieren, was Zwangsarbeit war und was dieser Ort für eine Rolle dabei gespielt hat. Schon im Stadtraum außerhalb des Geländes muss jedoch schon auf die Gedenkstätte aufmerksam gemacht werden.
Gedenken muss nicht an bedrückenden Orten stattfinden!Annika Piwaronas
13:14
04.04.2022
Kann man gedenken, wenn nicht spürbar ist, was war?
Neben Berlin Schöneweide besteht in Deutschland nur noch das Zwangsarbeiterlager in Neuaubing. Daher verdient es besondere Beachtung!
Die noch bestehenden Baracken beherbergen heute Freizeiteinrichtungen, einen Kindergarten und Ateliers. Um zu gedenken, sind das keine guten Rahmenbedingungen!
Kann man sich an einem alltäglich erscheinenden Ort mit dem Thema Zwangsarbeit, den Ereignissen der damaligen Zeit und den historischen Tatsachen auseinandersetzen?Kann man gedenken, wenn nicht spürbar ist, was war?
Um an die NS- Zeit und ihren Verbrechen gegen die Menschlichkeit erinnern zu können, bedarf es nach einem Ort, der diese grauenhafte, kalte und angsterfüllte Atmosphäre vermitteln kann.
Um dies zu erreichen, müsste das Gelände geteilt werden.
Der größere Bereich soll hierbei der Information dienen:
Hier soll für alle Besucher*innen erfahrbar werden, wie das Lager vor über 75 Jahren ausgesehen hat, welchen unmenschlichen Bedingungen die Arbeiter*innen ausgesetzt waren und welche menschlichen Tragödien sich hier abgespielt haben.
Der zweite Teil des Geländes könnte die Geschichte dieses Ortes seit dem Ende des zweiten Weltkrieges dokumentieren, denn auch die Umnutzung gehört inzwischen zur Historie. Dem Kindergarten und den künstlerischen Ateliers könnte so ein adäquater Platz gegeben werden. Dies glückt jedoch nur, wenn sich auch die Menschen, die hier leben und arbeiten, durch eine künstlerische oder andere respektvolle Art des Gedenkens sich mit dem Thema Zwangsarbeit immer wieder auseinandersetzen: Sie müssen das Gedenken an das Vergangene als Prozess begreifen und müssen sich der Vergangenheit immer wieder stellen.
Die Nachnutzung der ehemaligen Lagerbaracken muss also dem Ort gerecht werden, sie muss neuen Sinn stiften:
Ich lehne es ab, dass ein Kegelverein die ehemalige Baracke eines Zwangsarbeiterlagers – wie in Berlin Schöneweide – nutzt.
Doch ich spreche mich für eine Nachnutzung von Baracken als Orte der Kunst und als Bildungs- oder Erfahrungsräume aus.
Diese klare Trennung zwischen Bereichen für Information und Bereichen bewusster, reflektierender Nachnutzung ermöglicht verschiedene Wege des Erinnerns und Gedenkens, für die sich die Besucher*innen entscheiden können – aber auch müssen.Hermann Leonard R.
13:08
04.04.2022
Der aktuelle Umgang mit dem Gelände ist nicht respektvoll und missachtet das erlittene Leid der dort Inhaftierten.
Wie soll mit dem NS-Arbeitslager in Neuaubing umgegangen werden?
Ich denke, das Gelände des ehemaligen Zwangsarbeiter*innen-Lagers in Neuaubing sollte komplett in eine Gedenkstätte umgewandelt werden, da es das letzte intakte NS-Arbeitslager im Kreis München ist und daher einen großen historischen Wert für kommende Generationen hat.
Der aktuelle Umgang mit dem Gelände ist vor dem Hintergrund des dort Geschehenen nicht respektvoll und missachtet das erlittene Leid der dort Inhaftierten.
Für mich ist die Vorstellung schrecklich, wenn ehemalige Zwangsarbeiter*innen mit ihren Enkelkindern das Gelände besuchen würden und dort auf spielende Kinder treffen würden.
Doch was passiert mit den Läden, Ateliers und dem Kindergarten, die sich dort angesiedelt haben? Auch eine Metropole wie München muss es schaffen, den jetzigen Benutzer*innen Ersatz anzubieten.Was wird gebraucht, damit ein Erinnerungsort entsteht?
nsdoku11:2301.01.2022Eva
13:26
04.04.2022
Wie kann ein Gedenkort zur Zwangsarbeit aussehen?
Das ehemalige Zwangsarbeiter*innenlager Neuaubing wurde während des zweiten Weltkrieges von 1942-43 von dem nationalsozialistischen Regime als Lager zur Unterbringung von Zwangsarbeitern errichtet. Mehr als 500 Frauen und Männer, vorwiegend aus der Ukraine, Polen, Weißrussland und Italien wurden dort interniert.
Die Lagerinsassen wurden zur Zwangsarbeit im Reichsbahn-Ausbesserungswerk Neuaubing und im nahegelegenen Werk des Flugzeugherstellers Dornier verpflichtet.
Die Lebensumstände und Arbeitsbedingungen waren katastrophal, auch wurden Lagerhäftlinge körperlich misshandelt.
Von dem Lager, das damals aus elf Baracken, von denen acht um einen rechteckigen Appellplatz gruppiert waren, bestand, sind heute noch acht Baracken erhalten.
Während des zweiten Weltkrieges gab es rund 400 Lager im Raum München, das Zwangsarbeiterlager Neuaubing ist eines der wenigen erhaltenen Lager in Deutschland. Nach Kriegsende diente die Anlage als Flüchtlingsunterkunft, seit den 1950er Jahren als Wohnanlage für Bahnangestellte und Lehrlingswohnheim der Deutschen Bundesbahn. Nach der Aufgabe der Wohnnutzung zogen in den 1970er Jahren Gewerbebetriebe ein.
Seit ca. 25 Jahren werden einige der erhaltenen Räumlichkeiten von verschiedenen Künstlern als Ateliers genutzt. In einer der Baracken befindet sich ein Kindergarten, die restlichen dienen als Werkstätten, Büros und Wohnungen.
Am 30. Januar 2009 wurde das Lager in die Denkmalliste der Landeshauptstadt München aufgenommen. Eine Baracke wurde in den letzten Jahren saniert und ist als künftige Gedenkstätte vorgesehen. Es soll ein Lern- und Erinnerungsort als Außenstelle des NS- Dokumentationszentrums entstehen.
Die Eröffnung ist für 2025 geplant.
Seit Beginn der Planung dieser Gedenkstätte ist eine Diskussion entfacht, wie dieser Ort am besten genutzt werden sollte.
Einerseits soll ein neuer Schwerpunkt auf einen würdigen Erinnerungsort gesetzt werden, andererseits geht es darum, behutsam mit dem bereits bestehenden und langjährigen Konzept der Nutzung durch Künstler umzugehen.
Auch ist es kritisch zu betrachten, einen bereits bestehenden Kindergarten aktiv auszuquartieren.Sollte man nun alle Nutzer der Baracken „hinauswerfen“, um einen würdigen Erinnerungsort für das Zwangsarbeiter*innenlager Neuaubing zu schaffen? Widerspricht sich dieser Gedanke nicht mit der Idee, eine Erinnerungsstätte gegen Zwang zu errichten?
Von Vorteil wäre hier natürlich, dass dies eine viel freiere Gestaltung des Geländes zuließe. Auch haben einige Menschen ein Problem damit und finden es fast schon grotesk, dass sich an einem Ort mit dieser Vergangenheit eine Kindertagesstätte befindet. Würde man jedoch erzwingen, dass alle aktuellen Nutzer*innen ausziehen, um eine Gedenkstätte zu schaffen, ohne eine gute Alternative anzubieten, würde dies von vielen als „Zwangsräumung“ empfunden werden, was zu einer Einbuße an Glaubwürdigkeit der Gedenkstätte führen würde.
Es ist sicherlich gut, durch Gedenkstätten ein Bewusstsein für die Verbrechen während der NS-Zeit zu schaffen. Nur muss man auch bedenken, dass Geschichte kein statisches Geschehen, sondern ständig im Fluss ist. So ist es eben auch ein natürlicher Prozess, dass das Zwangsarbeiter*innenlager aus pragmatischen Gründen nach dem Zweiten Weltkrieg auf unterschiedlichste Weise genutzt wurde.Es gilt, die nationalsozialistische Vergangenheit auf eine gute Art und Weise mit der Gegenwart zu vereinen, um ähnliche Fehler zu vermeiden.
Wie könnte das umgesetzt werden?
Als Erstes kommt einem der interkulturelle Austausch in den Sinn.
Hier wäre es denkbar, eine Stätte der Begegnung für die unterschiedlichsten Kulturen in München zu schaffen, um Vorurteile abzubauen und Freundschaften zu fördern und zu vertiefen. Hier ist Kunst immer ein geeignetes Medium. Zum Beispiel könnten die Künstler*innen in Zusammenarbeit mit der NS-Gedenkstätte verschiedene Kunstprojekte, insbesondere unter Berücksichtigung der betroffenen Länder (Polen, Weißrussland, Ukraine und Italien), gestalten.Generell wäre es schön, einen Ort zu schaffen, der zwar an eine schreckliche und unmenschliche Vergangenheit erinnert, aber durch die Weiterentwicklung des Geländes durch die Nutzung von Künstler*innen, den Kindergarten und einer möglichen Schaffung eines Parkes als Gegenpol auch Schönes zeigt. Dies kann als Zeichen der Hoffnung dienen, dass nach schrecklichen Fehlern auch ein Neuanfang möglich ist und somit einen Bogen von der Vergangenheit zur Gegenwart spannt.
Aus pädagogischer Sicht kann es nur von Vorteil sein, nicht nur an die Schrecken der Vergangenheit zu erinnern, sondern auch Alternativen durch vielfältige, praktische Angebote, wie zum Beispiel Workshops zum Thema Völkerverständigung, Rassismus und Humanität anzubieten.
Als Fazit sollte aus meiner Sicht auf dem Gelände eine Gedenkstätte unter Einbeziehung der Künstler*innen geschaffen werden, die seit vielen Jahren dieses Gelände nutzen. Im Bezug auf den Kindergarten sollte individuell erörtert werden, ob der allgemeine Wunsch besteht, den Kindergarten vor Ort beizubehalten, oder ob es auch gute alternative Möglichkeiten gibt.
Wie seid ihr selbst in die Geschichte eingebettet?
nsdoku11:2201.01.2022Anastasija Jovanovic
13:28
04.04.2022
Neuaubing und ich
Zwangsarbeiterlager? Neuaubing? Wo? Noch nie davon gehört? So ging es mir auch, obwohl ich früher in der Nähe gelebt habe, aber vor Kurzem verlor ich meine Unwissenheit. Nach der Definition des Duden bedeutet das Wort Unwissenheit „dass eine Person etwas – möglicherweise absichtlich – nicht kennt, nicht wissen will oder nicht beachtet.“ In meinem Fall: ich kannte die Geschichte des Ortes des ehemaligen Zwangsarbeiterlagers Neuaubing wirklich nicht.
Ich wuchs zusammen mit meinen beiden Geschwistern in Westkreuz, wenige Kilometer von dem ehemaligen Zwangsarbeiterlager in der Wiesentfelserstraße auf. Oft war ich im Burger King an der Hauptstraße. Ich hatte eine überaus glückliche Kindheit voller Geborgenheit. Jeden Samstag verbrachte ich mit meiner Familie auf der Jugendfarm. Dieses Kinderparadies befindet sich auf dem Gelände des ehemaligen Zwangsarbeiterlagers. Der Ort war nicht nur ein Spielplatz, sondern auch ein Zuhause und ein Ort von Freiheit für mich. Es ist ein Ort, an den ich schöne, fröhliche Erinnerungen voller Wärme habe.
Dies änderte sich, als ich im Oktober vergangenen Jahres mit meinem Geschichtskurs das ehemalige Zwangsarbeiterlager Neuaubing besuchte, ein Lager, in dem Tausende von Personen gefangen gehalten und zur Arbeit gezwungen wurden.
Ich stand also an einem Herbsttag bei Regenwetter mit meinem Kurs vor dieser Baracke im Regen.
Ich war bedrückt. Ich blendete alle Menschen aus. Ich war nur in meinen Gedanken, ich verstummte.
Die ganze Führung über folterte mich aber diese eine Frage:
„Warum wusste ich nichts davon?“
Lag es daran, dass keine Schilder über die Geschichte des Lagers erzählen?
Haben die Büsche alles überwuchert und zuwachsen lassen?
Entschuldigt die ungepflegte äußere Erscheinung meine Unwissenheit?Ich war irritiert, fühlte mich verraten und dumm.
Ich hatte nichts über die Geschichte des Ortes gewusst, auf dem ich früher fröhlich war.
Warum wusste ich es nicht? Hatten mir das etwa meine Eltern und die Lehrer der Grundschule verschwiegen, weil ich ein Kind war?
Wissen es die anderen Bewohner überhaupt?Die Erkenntnis meiner Unwissenheit war schrecklich, schlimm und einfach niederschmetternd.
Nach der Duden-Definition kann Unwissenheit aber auch absichtlich sein.
Sicherlich wissen viele Bewohner – vielleicht aus aus Angst oder aus Verwirrung – nicht, wie sie mit dem Ort umgehen sollen. Sie meiden das ehemalige Lagergelände.
Andererseits gibt es auch Bewohner wie mich, die wirklich nichts darüber gewusst haben.Ich denke, nur weil wir unwissend waren, dürfen die folgenden Generationen nicht unwissend sein.
Wir müssen also einen Gedenkort schaffen.
Seitdem mir dies klar ist, denke ich oft darüber nach, wie man richtig mit diesem Ort umgehen könnte. Ich denke, wir müssen den Ort so umgestalten, dass wir dem Unrecht, das den Menschen dort angetan wurde, gedenken können. Und genau dies ist die Aufgabe der Neuaubinger. Unsere Aufgabe.Und trotzdem will ich meine schönen Erinnerungen an den Ort nicht vergessen.
Irgendwie muss ich es schaffen, mich zu erinnern und gleichzeitig der Opfer zu gedenken.Matti
13:27
04.04.2022
Das ehemalige Lager muss wieder in seine ursprünglich Form gebracht werden!
Ich kann es nicht verstehen, warum so viele Gebäude in München unter Denkmalschutz stehen, während die wenigen noch bestehenden Orte, an denen Menschen unter den Nationalsozialisten gelitten haben, umgenutzt werden können. Ich denke, das ehemalige Lager muss wieder zurück in seine ursprüngliche Form gebracht werden!
Für uns ist es wichtig, authentische Orte des Erinnerns an die Verbrechen des „Dritten Reiches“ zu haben: Da außer der Gedenkstätte in Neu-Aubing kein weiterer Ort in München an die Verbrechen der NS-Zwangsarbeit erinnert, muss diese so zurückgebaut werden, dass dort die Lebensbedingungen der Zwangsarbeiter*innen für die Besucher*innen erfahrbar werden können. Daher ist es wichtig, dass den aktuellen Nutzer*innen, wie z.B. dem Kindergarten, von der Stadt andere Flächen zur Verfügung gestellt werden.
Besonders wir Jugendlichen, die Nachfahren der Täter*innen, sollten dafür sorgen, dass an die Opfer der Zwangsarbeit während des Zweiten Weltkrieges erinnert wird.
Daher müssen alle Nachkommen die verschiedenen Gedenkorte besuchen, um sich selbst der Dimension der Verbrechen bewusst zu werden, die hier begangen wurden.
Die Verbrechen, die in der Zeit des Nationalsozialismus verübt wurden, dürfen nicht vergessen werden!Von wem und mit welchem Interesse welcher wird Geschichte erzählt?
nsdoku11:2101.01.2022
Pablo L.
13:18
04.04.2022
Ideen für die Gestaltung des ehemaligen Zwangsarbeiter*innenlagers als Gedenkstätte
In Deutschland bestehen nur noch zwei ehemalige Zwangsarbeiter*innenlager: Berlin Schöneweide und Neuaubing. Deshalb muss das ehemalige Lager als Denkmal rekonstruiert werden. Es darf nicht überbaut oder abgerissen werden. Daher habe ich folgende Vorschläge:
1. Das ehemalige Lager muss originalgetreu restauriert werden.
2. Die Kindergärten auf dem ehemaligen Lagergelände müssen umquartiert werden, insofern dies möglich ist.
3. Der alte Baumbestand muss gesichert werden, da dieser ein Teil der (neueren) Geschichte des Lagers ist.
4. Besucher*innen müssen auf dem Gelände über die Struktur des ehemaligen Geländes informiert werden.
5. Die Baracken müssen zu Informationsorten umgebaut werden: Information der Besucher*innen über interaktive Tafeln mit Zeitzeug*innen-Interviews sowie Fakten zur Zwangsarbeit in Deutschland, zur Geschichte des Lagers, zu den Einsatzorten und Herkunftsorten der Zwangsarbeiter*innen, zum Leben der Zwangsarbeiter*innen nach ihrer Rückkehr ins Heimatland sowie zum langwierigen Prozess der Entschädigung.
6. In der ehemaligen Lagerküche muss über Versorgung der Gefangenen informiert werden.
7. Das Thema muss aktualisiert werden: Zwangsarbeit gibt es in der Gegenwart.