Dornier-Werke
Die Flugzeugbaufirma entstand 1922 als Teil des Zeppelinkonzerns unter Leitung des Flugzeugkonstrukteurs Claude Dornier (1884-1969). 1932 wurde sie aus dem Konzern ausgegliedert und selbständig. Der Firmensitz wurde 1935 von Friedrichshafen nach Immenstaad verlegt. Ab 1933 entstanden an mehreren Orten in Deutschland Zweigwerke, darunter 1934 das Werk in Neuaubing, zunächst in gemieteten Gebäuden der Internationalen Schlafwagengesellschaft. 1937 erwarb die Firma das Gelände und erweiterte es in der Folge durch mehrere Neubauten. Seit 1935 produzierte sie dort vorwiegend Rümpfe für Militärflugzeuge. Anfang 1944 beschäftigte die Dornier rund 4.300 Personen in Neuaubing, darunter fast 2.000 Zwangsarbeiter*innen aus dem Ausland und auch Häftlinge aus dem KZ Dachau. Der Großteil war in zwei firmeneigenen Lagern („Barbaraheim“ und Lager „Sommer“) untergebracht. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs war in Deutschland die Flugzeugproduktion zunächst verboten. Ab 1956 wurden auch in Neuaubing von Dornier wieder Flugzeuge entwickelt und hergestellt. 1985 wurde das Unternehmen von Daimler-Benz übernommen und ging nach mehreren Umstrukturierungen im europäischen Luft- und Raumfahrtkonzern EADS auf. Die Produktion in Neuaubing wurde stillgelegt. Inzwischen haben sich auf dem von einer Immobiliengesellschaft verwalteten Gelände mehrere Firmen angesiedelt.